Freiheit, Demokratie, Sozialismus sind historische Forderungen,
sie müssen nur richtig verstanden werden.

(Rudolf Steiner)

Joseph Beuys

"Darum gehet hin und lehret alle Völker"

Die Zukunft der Revolution

Aus Anass der neuerschienen Beuys-Biographie von Hans-Peter Riegel wurde in den letzten Tagen auf diesem Blog schon einiges veröffentlicht. z.B. wurde mit einem mit einer ››› Erstreaktion und einem ››› Leserbrief auf einen Artikel im Spiegel, der den Anfang der Berichterstattung machte, reagiert. In der Zwischenzeit ist auch ein ››› Interview mit dem Autor erschienen. Dort finden die Halbwahrheiten und Lügen eine Fortsetzung. Besonders in den Blick genommen wird hierbei die Anthroposophie als Quelle für Beuys. Ich habe in einem Kommentar nur einen Punkt herausgepickt, den man leicht richtigstellen kann:

Ein Leserbrief an den Spiegel

Wilhelm Schmundt und Josef Beuys 1973 in Achberg (Foto vermutlich von Kathrin Dietere)Der nachfolgende Leserbrief ist entstanden als Reaktion auf eine im Spiegel (20/2013) erschienen Rezension eines im Aufbauverlag publizierten Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Es gab hier schon eine ››› Erstreaktion darauf.

Ohne kritische Distanz werden von Ulrike Knöfel die denunziatorischen Halbwahrheiten und Lügen des Buches weitergereicht. Diese betreffen nicht nur Joseph Beuys selbst, sondern beziehen sich auch auf für seine Arbeit wichtige Quelle. Dazu gehört neben dem allgemeinen Hintergrund der Anthroposophie speziell auch die Arbeit in „Achberg“; im Buch mit Hinweisen selbst auf aktuelle Vorgänge dieser zivilgesellschaftlichen Werkstatt, die seit über 40 Jahre hindurch für eine gesellschaftliche ››› Alternative in den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen wirkt.

 

BEUYS – Ein würdeloser Geburtstagsgruß

Wenn ein Mensch so charakterisiert wird, dass alles alles wofür er eintrat, ihm abgesprochen wird, alles wogegen er stand, ihm unterstellt wird, wenn dabei mit Lügen, Verzerrungen und Verleumdung operiert wird, dann kann man das, was da stattfindet nicht anders als einen Angriff nennen!  

Ein solcher Angriff findet sich in der morgen erscheinenden Ausgabe des Spiegel gegen Joseph Beuys. Man konnte das Heft schon heute im Internet lesen, am 12. Mai, Beuys' 92. Geburtstag. Ein unwürdiger Akt!

Was im Spiegel zu lesen ist, ist die Rezension eines Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Das Buch – herausgegeben im Aufbauverlag – kommt erst in einer Woche in den Handel, konnte also hier noch nicht in den Blick genommen werden. Was allerdings von Ulrike Knöfel ohne kritische Distanz davon im Spiegel wiedergegeben wurde, reicht, um zu erkennen, wie hier ein Mensch nicht nur verkannt wird, sondern dieser Mensch regelrecht in seiner inneren Wahrheit zerstört werden soll.

Aber es ist in den wenigen mit dem Titel "Kunstborn" überschrieben und als "Zeitgeschichte" markierten Seiten des Spiegel-Artikels nicht nur Joseph Beuys das Opfer. Auch Wegbereiter und Weggefährten und ein wichtiger Ort seines Wirkens werden in ein so vollkommen falsches (braunes) Licht gerückt, dass der, der es nicht besser weiß, vollkommen in die Irre geführt wird.

Joseph Beuys und seine Quellen

Aus ››› gegebenem Anlass sei hier an eine Tagung aus dem Jahr 2004 erinnert:

Bericht über die Forschungstagung
"Joseph Beuys und seine Quellen"
im Internationalen Kulturzentrum Achberg

 

Beuystagung 2004Im Rahmen des Jahresprogramms mit sechs Tagungen zu

m ersten "Jubeljahr" der Achberger Arbeitsstätten im 33. Jahr nach ihrer Gründung war vom 16. bis 22. Mai zu einer Forschungstagung eingeladen, bei der die Frage nach den Quellen von Joseph Beuys bei seinem volkspädagogischen Wirken für die Dreigliederung des sozialen Organismus der zu erkundende Gegenstand war. 
 
I.
Das Motiv zu dieser Arbeit ergab sich zum einem aus der nach dem Tod des Künstlers (1986) festzustellenden Tendenz, dass es in der fast unüberschaubar gewordenen Fülle der Literatur zu Beuys einerseits nur vergleichsweise dürftige und von wenig Sachkunde getragene Stellungnahmen zu dieser Seite seines Wirkens gibt; andererseits aus dem Kreis von Schülern, Anhängern und Freunden des 1921 geborenen Rheinländers neben verdienstvollen Kommentierungen auch zahlreiche Legendenbildungen, unzutreffende oder die Wahrheit eher verschleiernde Beschreibungen gerade zu diesem Teil seiner Biographie in Umlauf gebracht wurden und werden. 
 
Zum andern hatte die 1971 ihre Tätigkeit aufnehmende Achberger Arbeitsstätte wie kein anderer Ort und Personenkreis einen prägenden Einfluss auf den Weg, den Beuys im Hinblick auf den ihm schon 1941 bekannt gewordenen Impuls der sozialen Dreigliederung insbesondere ab Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts gegangen ist. 

"Aufruf zur Alternative" in Moskau

 

Joseph Beuys in Achberg 1978Joseph Beuys in Achberg 1978: Vortrag "Jeder Mensch ein Künstler –
Auf dem Weg zur Freiheitsgestalt des sozialen Organismus"
(Foto: Rainer Rappmann, Quelle: Wikipedia)

 

"Der Titel der Ausstellung, 'Aufruf zur Alternative', nimmt Bezug auf das gleichnamige Manifest, das Beuys 1978 in der 'Frankfurter Rundschau' als Konklusion seiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen veröffentlichte.", ließt man auf der Seite des Goethe Institut e.V., einem der Mitveranstalter der "erste große Joseph-Beuys-Werkschau in Russland".

Revolution und Evolution

Eine Meditation auf dem Weg zu einer »Neuen Sozialen Architektur«

NSA-Karte

1. »Vor der Frage: WAS KÖNNEN WIR TUN? muss der Frage nachgegangen werden: WIE MÜSSEN WIR DENKEN?«. So heißt es im »Aufruf zur Alternative« von Joseph Beuys [1979 Europa-Kandidat der Grünen], erschienen am 23. 12. 1978 in der Frankfurter Rundschau.

»Denken« heißt hier: Ins-Rechte-Denken der Wirklichkeit unserer sozialen Welt, die sich im Gang der Zeit in ihrer Gestalt sozusagen »hinter den Kulissen« der Bühne wandelt, während die Begriffe zurückbleiben. Deshalb Ins-Rechte-Denken, um zu lernen, die sich metamorphosierende Welt ide­ologiefrei neu anzuschauen und erforderlichenfalls durch eine »Revolution« der Begriffe die Grund­lage zu schaffen für eine zeitgemäße »Evolution« der Verhältnisse.