Durch Revolution der Begriffe
zur Evolution der Gesellschaft

(Wilhelm Schmundt)

Zeitgeschehen

In ideenlosen Zeiten ...

War, was in der Ukraine geschehen ist, ein Putsch gegen einen demokratisch gewählten Präsidenten oder eine Revolution – ein „Kiewer Frühling“ – gegen einen Diktator? Hat die EU der Ukraine bloß einen Platz in ihrer friedlichen Völkerfamilie angeboten? Russland hingegen das Interesse, seine globale Größe in einem eigenen eurasischen Machtblock zu befestigen und ist dann das Vorgehen des Westen, der USA nicht doch darauf gerichtet, die Region zu destabilisieren, um solches zu verhindern? – Sind es die selben Strategien, die schon vor 100 und mehr Jahren betrieben wurden, um Russland zu schwächen, indem man die angrenzenden Regionen von der „russländischen“* Einflusssphäre abtrennt? Oder wird, gepaart mit politischer „Nullität“, aus kollektiven Gewohnheiten gehandelt und war es für die Akteure nicht vorhersehbar, dass die Annäherung der EU an die Ukraine Gespenster wecken würde und ein solches Vorhaben eine Sprengkraft enthielte, die sich jetzt auch entladen hat? Und wird das nicht alles in Kauf genommen, um letzlich wirtschaftlichen Einfluss auf den Energiemärkten zu sichern?

 

Ukraine - Schwarzes Meer - 2004

 Hafenrundfahrt Odessa 2004

"Darum gehet hin und lehret alle Völker"

Die Zukunft der Revolution

Aus Anass der neuerschienen Beuys-Biographie von Hans-Peter Riegel wurde in den letzten Tagen auf diesem Blog schon einiges veröffentlicht. z.B. wurde mit einem mit einer ››› Erstreaktion und einem ››› Leserbrief auf einen Artikel im Spiegel, der den Anfang der Berichterstattung machte, reagiert. In der Zwischenzeit ist auch ein ››› Interview mit dem Autor erschienen. Dort finden die Halbwahrheiten und Lügen eine Fortsetzung. Besonders in den Blick genommen wird hierbei die Anthroposophie als Quelle für Beuys. Ich habe in einem Kommentar nur einen Punkt herausgepickt, den man leicht richtigstellen kann:

Ein Leserbrief an den Spiegel

Wilhelm Schmundt und Josef Beuys 1973 in Achberg (Foto vermutlich von Kathrin Dietere)Der nachfolgende Leserbrief ist entstanden als Reaktion auf eine im Spiegel (20/2013) erschienen Rezension eines im Aufbauverlag publizierten Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Es gab hier schon eine ››› Erstreaktion darauf.

Ohne kritische Distanz werden von Ulrike Knöfel die denunziatorischen Halbwahrheiten und Lügen des Buches weitergereicht. Diese betreffen nicht nur Joseph Beuys selbst, sondern beziehen sich auch auf für seine Arbeit wichtige Quelle. Dazu gehört neben dem allgemeinen Hintergrund der Anthroposophie speziell auch die Arbeit in „Achberg“; im Buch mit Hinweisen selbst auf aktuelle Vorgänge dieser zivilgesellschaftlichen Werkstatt, die seit über 40 Jahre hindurch für eine gesellschaftliche ››› Alternative in den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen wirkt.

 

BEUYS – Ein würdeloser Geburtstagsgruß

Wenn ein Mensch so charakterisiert wird, dass alles alles wofür er eintrat, ihm abgesprochen wird, alles wogegen er stand, ihm unterstellt wird, wenn dabei mit Lügen, Verzerrungen und Verleumdung operiert wird, dann kann man das, was da stattfindet nicht anders als einen Angriff nennen!  

Ein solcher Angriff findet sich in der morgen erscheinenden Ausgabe des Spiegel gegen Joseph Beuys. Man konnte das Heft schon heute im Internet lesen, am 12. Mai, Beuys' 92. Geburtstag. Ein unwürdiger Akt!

Was im Spiegel zu lesen ist, ist die Rezension eines Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Das Buch – herausgegeben im Aufbauverlag – kommt erst in einer Woche in den Handel, konnte also hier noch nicht in den Blick genommen werden. Was allerdings von Ulrike Knöfel ohne kritische Distanz davon im Spiegel wiedergegeben wurde, reicht, um zu erkennen, wie hier ein Mensch nicht nur verkannt wird, sondern dieser Mensch regelrecht in seiner inneren Wahrheit zerstört werden soll.

Aber es ist in den wenigen mit dem Titel "Kunstborn" überschrieben und als "Zeitgeschichte" markierten Seiten des Spiegel-Artikels nicht nur Joseph Beuys das Opfer. Auch Wegbereiter und Weggefährten und ein wichtiger Ort seines Wirkens werden in ein so vollkommen falsches (braunes) Licht gerückt, dass der, der es nicht besser weiß, vollkommen in die Irre geführt wird.

Diskussion zum Thema Volksbefragung

Gestern gab es auf ATV in der Sendung AmPunkt (22h50) eine spannende und lebendige Diskussion zum Thema Volksbefragung. Ich will hier ein paar Beobachtungen zur Sendung festhalten. Sie böte darüber hinaus auch in den Einzelheiten der Wortmeldungen viel Stoff für eine Klärung der Frage, wie die direkte Demokratie im Verhältnis zur repräsentativen auf der Höhe der Zeit ausgestaltet sein müsste, damit der Gemeinwille der Rechtsgemeinschaft sich frei bilden kann. 

Die Gäste waren die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer von der SPÖ, der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung “Die Presse”, Michael Fleischhacker, der Grüne Johannes Voggenhuber, der sich aktuell beim Volksbegehren “MeinOE” engagiert und der Schweizer Charles E. Ritterband, Österreich-Korrespondent der “NZZ“. 

Michael Fleischhacker hat sich ja schon Montag in der Presse mit der Forderung zur Abschaffung der Volksbefragung hervorgetan:

Die demokratische Farce einer Volksbefragung

von Tassilo Seidl-Zellbrugg und Gerhard Schuster

Zum ersten mal in seiner Geschichte wird heute in Österreich eine Volksbefragung auf Bundesebene durchgeführt. Diese Möglichkeit des Nationalrates, das Volk zu einer unverbindlichen Meinungsäußerung aufzufordern, besteht – im Unterschied zu Volksbegehren und Volksabstimmung, welche schon in der ersten Republik in unserer Verfassung vorgesehen waren – erst seit 1989. Oft wurde ihre Anwendung in den parteipolitischen Debatten verlangt, doch ist bisher darauf verzichtet worden. Was gut war! Jetzt hat die Republik diesbezüglich ihre Unschuld verloren. Warum? Was findet bei der Volksbefragung eigentlich statt?

"Aufruf zur Alternative" in Moskau

 

Joseph Beuys in Achberg 1978Joseph Beuys in Achberg 1978: Vortrag "Jeder Mensch ein Künstler –
Auf dem Weg zur Freiheitsgestalt des sozialen Organismus"
(Foto: Rainer Rappmann, Quelle: Wikipedia)

 

"Der Titel der Ausstellung, 'Aufruf zur Alternative', nimmt Bezug auf das gleichnamige Manifest, das Beuys 1978 in der 'Frankfurter Rundschau' als Konklusion seiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen veröffentlichte.", ließt man auf der Seite des Goethe Institut e.V., einem der Mitveranstalter der "erste große Joseph-Beuys-Werkschau in Russland".