Durch Revolution der Begriffe
zur Evolution der Gesellschaft

(Wilhelm Schmundt)

Kommentar

Aufklärung oder Kriegsführung?

Es ist nur ein Beispiel unter vielen. Sogar eines, dass in der Sache nicht sehr aktuell und auch gar nicht so interessant ist. Jedoch symptomatisch für die heutige "Like- und Teilenkultur", die unserer Seele suggerieren mag, sich als einer der "Guten" an Aufklärung zu beteiligen, obwohl man in Wahrheit schnell ein ganz anderes Geschehen unterstützt. Worum geht es?

Ein Freund auf Facebook hat dieses Video gepostet. Er bezeichnete es als "klare Botschaft". Doch was ist so klar daran?

 

 

An den Schwellen des Lebens

Sibylle LewitscharoffDie ,,Dresdner Rede" von Sibylle Lewitscharoff hat in den Medien viel Aufmerksamkeit erregt.

Lewitscharoff hätte durch künstliche Befruchtung entstandene Kinder als ,,Halbwesen" abgewertet. Die Onanie wolle sie verbieten. Und sie habe, indem sie die ,,Kopulationsheime" der Nationalsozialisten als ,,harmlose Übungsspiele" für die heutige Reproduktionsmedizin bezeichnete, ,,gefährliche Worte" geäußert. Allseitig distanzierte man sich von der Büchnerpreisträgerin. Reaktiv stürzten sich die Medien nur auf Reizworte, rissen sie aus dem Kontext und verbanden sie mit Unterstellungen. Die Rede jedoch war differenziert und ernst und sie betraf Fragen, die lohnen würden, sie unaufgeregt zu diskutieren. 

Zum Thema: ,,Von der Machbarkeit. Die wissenschaftliche Bestimmung über Geburt und Tod" sprach die Autorin, den Beginn und das Ende des Lebens in den Blick nehmend. Etwas, was schon ihre Biographie ihr nahe legt: Ihr Vater war Gynäkologe und er starb durch Selbstmord. Ihrer 88-jährigen Mutter wurde durch ein ,,Reanimationstheater" das Leben im Koma um ein Jahr verlängert. Nur die schwäbische Großmutter – so erfährt man – starb einen ,,guten Tod".

"Darum gehet hin und lehret alle Völker"

Die Zukunft der Revolution

Aus Anass der neuerschienen Beuys-Biographie von Hans-Peter Riegel wurde in den letzten Tagen auf diesem Blog schon einiges veröffentlicht. z.B. wurde mit einem mit einer ››› Erstreaktion und einem ››› Leserbrief auf einen Artikel im Spiegel, der den Anfang der Berichterstattung machte, reagiert. In der Zwischenzeit ist auch ein ››› Interview mit dem Autor erschienen. Dort finden die Halbwahrheiten und Lügen eine Fortsetzung. Besonders in den Blick genommen wird hierbei die Anthroposophie als Quelle für Beuys. Ich habe in einem Kommentar nur einen Punkt herausgepickt, den man leicht richtigstellen kann:

Ein Leserbrief an den Spiegel

Wilhelm Schmundt und Josef Beuys 1973 in Achberg (Foto vermutlich von Kathrin Dietere)Der nachfolgende Leserbrief ist entstanden als Reaktion auf eine im Spiegel (20/2013) erschienen Rezension eines im Aufbauverlag publizierten Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Es gab hier schon eine ››› Erstreaktion darauf.

Ohne kritische Distanz werden von Ulrike Knöfel die denunziatorischen Halbwahrheiten und Lügen des Buches weitergereicht. Diese betreffen nicht nur Joseph Beuys selbst, sondern beziehen sich auch auf für seine Arbeit wichtige Quelle. Dazu gehört neben dem allgemeinen Hintergrund der Anthroposophie speziell auch die Arbeit in „Achberg“; im Buch mit Hinweisen selbst auf aktuelle Vorgänge dieser zivilgesellschaftlichen Werkstatt, die seit über 40 Jahre hindurch für eine gesellschaftliche ››› Alternative in den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Zusammenhängen wirkt.

 

BEUYS – Ein würdeloser Geburtstagsgruß

Wenn ein Mensch so charakterisiert wird, dass alles alles wofür er eintrat, ihm abgesprochen wird, alles wogegen er stand, ihm unterstellt wird, wenn dabei mit Lügen, Verzerrungen und Verleumdung operiert wird, dann kann man das, was da stattfindet nicht anders als einen Angriff nennen!  

Ein solcher Angriff findet sich in der morgen erscheinenden Ausgabe des Spiegel gegen Joseph Beuys. Man konnte das Heft schon heute im Internet lesen, am 12. Mai, Beuys' 92. Geburtstag. Ein unwürdiger Akt!

Was im Spiegel zu lesen ist, ist die Rezension eines Buches von Hans-Peter Riege, das den vermessenen Titel „Beuys: Die Biographie“ trägt. Das Buch – herausgegeben im Aufbauverlag – kommt erst in einer Woche in den Handel, konnte also hier noch nicht in den Blick genommen werden. Was allerdings von Ulrike Knöfel ohne kritische Distanz davon im Spiegel wiedergegeben wurde, reicht, um zu erkennen, wie hier ein Mensch nicht nur verkannt wird, sondern dieser Mensch regelrecht in seiner inneren Wahrheit zerstört werden soll.

Aber es ist in den wenigen mit dem Titel "Kunstborn" überschrieben und als "Zeitgeschichte" markierten Seiten des Spiegel-Artikels nicht nur Joseph Beuys das Opfer. Auch Wegbereiter und Weggefährten und ein wichtiger Ort seines Wirkens werden in ein so vollkommen falsches (braunes) Licht gerückt, dass der, der es nicht besser weiß, vollkommen in die Irre geführt wird.

Diskussion zum Thema Volksbefragung

Gestern gab es auf ATV in der Sendung AmPunkt (22h50) eine spannende und lebendige Diskussion zum Thema Volksbefragung. Ich will hier ein paar Beobachtungen zur Sendung festhalten. Sie böte darüber hinaus auch in den Einzelheiten der Wortmeldungen viel Stoff für eine Klärung der Frage, wie die direkte Demokratie im Verhältnis zur repräsentativen auf der Höhe der Zeit ausgestaltet sein müsste, damit der Gemeinwille der Rechtsgemeinschaft sich frei bilden kann. 

Die Gäste waren die Nationalratspräsidentin Barbara Prammer von der SPÖ, der ehemalige Chefredakteur der Tageszeitung “Die Presse”, Michael Fleischhacker, der Grüne Johannes Voggenhuber, der sich aktuell beim Volksbegehren “MeinOE” engagiert und der Schweizer Charles E. Ritterband, Österreich-Korrespondent der “NZZ“. 

Michael Fleischhacker hat sich ja schon Montag in der Presse mit der Forderung zur Abschaffung der Volksbefragung hervorgetan:

"Aufruf zur Alternative" in Moskau

 

Joseph Beuys in Achberg 1978Joseph Beuys in Achberg 1978: Vortrag "Jeder Mensch ein Künstler –
Auf dem Weg zur Freiheitsgestalt des sozialen Organismus"
(Foto: Rainer Rappmann, Quelle: Wikipedia)

 

"Der Titel der Ausstellung, 'Aufruf zur Alternative', nimmt Bezug auf das gleichnamige Manifest, das Beuys 1978 in der 'Frankfurter Rundschau' als Konklusion seiner gesellschaftspolitischen Vorstellungen veröffentlichte.", ließt man auf der Seite des Goethe Institut e.V., einem der Mitveranstalter der "erste große Joseph-Beuys-Werkschau in Russland".