Man lernt nichts kennen, als was man liebt, und je tiefer
und vollständiger die Kenntnis werden soll, desto stärker,
kräftiger und lebendiger muss Liebe, ja Leidenschaft sein.

(J. W. Goethe)

"Darum gehet hin und lehret alle Völker"

Die Zukunft der Revolution

Aus Anass der neuerschienen Beuys-Biographie von Hans-Peter Riegel wurde in den letzten Tagen auf diesem Blog schon einiges veröffentlicht. z.B. wurde mit einem mit einer ››› Erstreaktion und einem ››› Leserbrief auf einen Artikel im Spiegel, der den Anfang der Berichterstattung machte, reagiert. In der Zwischenzeit ist auch ein ››› Interview mit dem Autor erschienen. Dort finden die Halbwahrheiten und Lügen eine Fortsetzung. Besonders in den Blick genommen wird hierbei die Anthroposophie als Quelle für Beuys. Ich habe in einem Kommentar nur einen Punkt herausgepickt, den man leicht richtigstellen kann:

In dem Interview lesen wir folgende Worte Riegels:
 
"Steiner hatte ein ambivalentes Verhältnis zur Demokratie und eine Abneigung gegen Liberalismus und Sozialismus. Das ist bekannt."

Doch was sagte Rudolf Steiner selbst?

"Über dasjenige, was in den Forderungen der Gegenwart lebt, kann eigentlich gar nicht diskutiert werden. Das sind historische Forderungen. Eine historische Forderung ist der Sozialismus, er muß nur im richtigen Sinne verstanden werden. Eine historische Forderung ist die Demokratie, eine historische Forderung ist aber auch der Liberalismus, die Freiheit, der Individualismus, wenn auch diese letztere Forderung von der modernen Menschheit wenig bemerkt wird. Und die Menschheit wird nicht weiter mitreden können, ohne daß sie ihren sozialen Organismus im Sinne der Dreigliederung: des Sozialismus für das Wirtschaftsleben, der Demokratie für das Rechts- oder Staats, der Freiheit oder des Individualismus für das Geistesleben einrichtet." (in einem Vortrag am 9. Aug. 1919 in der Rudolf Steiner Gesamtausgabe Band 296)

Man könnte solche Vergleiche mit allem, was von Riegel angeführt wird, anstellen. Es wäre eine interessante Arbeit! Und dann wäre es auch wünschenswert, wenn man in den Blättern Raum schaffen würde, über das zu offen und breit diskutieren, was z.B. mit diesem angeführten Gedanken einer "Dreigliederung" gemeint war und was heute noch damit gewollt sein könnte. Jedenfalls bildeten Freiheit, Demokratie und Sozialismus auch die Ideen-Trias, die Beuys für seine Vision einer "Alternative" in sein Denken, Fühlen und Wollen aufgenommen hatte.

Für diese Alternative in der Welt einzutreten ist eine wahrhafte Pfingst-Aufgabe: "Darum gehet hin und lehret alle Völker" (Matthäus 28.19).

 

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